Die Esskastanie – ein Portrait

Wer kennt Sie nicht? – Die heißen Maronen vom Maronimann, die jetzt auf Weihnachtsmärkten wieder zahlreich aus dem Ofen genossen werden?

Bereits im Mittelalter ist die Ess-, oder Edelkastanie aufgrund ihrer lagerfähigen und stärkehaltigen Nüsse sehr geschätzt worden. Diese dienten vor allem in den Wintermonaten als Nahrung und wurden auch zu Mehl weiterverarbeitet.
Neben der Verwendung in der Küche liefert sie auch wertvolles, robustes Holz, welches dem Holz der Eiche sehr ähnelt.
Des Weiteren ist Sie wegen Ihrer nektar- und pollenreichen Blüten von enormer ökologischer Bedeutung und bietet zahlreichen Insekten eine wertvolle Nahrungsquelle.

Damit die Bedeutung dieses vielseitigen Baumes nicht in Vergessenheit gerät, hat die Dr. Silvius Wodarz Stiftung die Esskastanie zum „Baum des Jahres 2018“ ausgerufen.

Grund genug, Sie einmal genauer vorzustellen:

Heimisch ist die Esskastanie bei uns nicht – Sie wurde zur Zeit des römischen Reiches, ähnlich wie der Wein, vom Kaukasus in die wärmeren Gebiete Mittel- und Westeuropas eingeführt.

Auch der Name Kastanie kann für Verwirrung sorgen – Die Esskastanie (Castanea sativa) ist nicht mit der allseits bekannten Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) verwandt, sondern zählt zu den Buchengewächsen. Alleinig die ähnliche Frucht hat Ihr diesen Namen beschert.
Sie kann, bei passendem Standort, bis zu 35 Meter hoch wachsen und zeigt im Alter gerne eine bizarre und gedrehte Stammform. Auch Ihre Wurzeln reichen sehr tief und breiten sich weitreichend aus.

Da sie sehr frostempfindlich ist, fühlt Sie sich in wärmeren (Wein-) Gebieten am wohlsten und freut sich über einen sonnigen, geschützten Standort. Für einen ordentlichen Fruchtertrag sollte sie in Gruppen gepflanzt werden, da sie sich nicht selbst befruchten kann.

Die stark duftenden, männlichen Blüten und die eher unscheinbaren weiblichen Blüten sitzen (getrennt voneinander) von Juni bis Juli auf dem Baum. Ihre gesägten, dunkelgrünen glänzenden Blätter verfärben sich im Oktober goldgelb, zeitgleich mit der Erntereife der Maronen-Nüsse.

Mehr Infos zu diesem interessanten Baum und der Dr. Silvius Wodarz Stiftung finden Sie unter folgendem Link:

Herzlichen Dank an Dr. Silvius Wodarz für die Erlaubnis der Fotonutzung!